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Montessori-Klasse VS Imst Unterstadt (Grundschule)

Die jahrgangsgemischte Montessori-Klasse an der öffentlichen Volksschule Imst Unterstadt besteht seit dem Schuljahr 2005/2006. Unser Ziel ist es, die Prinzipien der Montessori-Pädagogik an einer öffentlichen Schule umzusetzen, die den großen Vorteil hat, dass den Eltern keine Kosten entstehen. Unser Leitbild stellen wir hier kurz vor:

„Hilf mir es selbst zu tun!“
Maria Montessori wurde 1870 in Chiaravalle bei Ancona (Italien) geboren und starb 1952 in Holland. Als erste Frau Italiens promovierte Maria Montessori 1892 zum Doktor der Medizin. Während ihrer Assistentenzeit in Rom widmete sie sich der Erziehung geistig behinderter Kinder und erzielte mit der Anwendung von didaktischem Material, das sie von ihren Lehrern übernahm, aber vervollkommnete und ausbaute, verblüffende Erfolge. Daraufhin wandte sie sich pädagogischen und psychologischen Studien zu, um ähnliche Lernmethoden für die Ausbildung gesunder Kinder zu entwickeln. 1907 gründete Maria Montessori in einem Armenviertel Roms die „Kinderhäuser“, in denen gesunde, vorschulpflichtige Kinder nach ihren Ideen erzogen wurden. Aus den gewonnenen Einsichten und Erfahrungen schuf sie in den folgenden Jahren ihr eigenes pädagogisches System, das als Montessori-Pädagogik rasch über die ganze Welt Verbreitung fand.

1. Vorbereitete Umgebung
Das Prinzip der Selbsttätigkeit und Unabhängigkeit des Kindes verlangt eine Umgebung und Einrichtung, in der das Kind sich frei bewegen kann. Das Kind soll sich in der Umgebung wohlfühlen und zum Lernen mit didaktischen Materialien angeregt werden. Jedes Material hat in der Klassen seinen festen Platz und ist für das Kind leicht zugänglich. Die klare Anordnung der Lernmaterialien hilft dem Kind einerseits, sich im Schulzimmer richtig zu orientieren,andererseits lernt das Kind durch die äußere Ordnung, eine eigene innere Ordnung zu finden.

2. Lernmaterial
Das Montessori-Lernmaterial ist Bestandteil der pädagogisch „vorbereiteten Umgebung“. Die Übungen des täglichen Lebens, die Sinnesmaterialien, Materialien für die Bereiche Sprache, Mathematik und Kosmische Erziehung decken die Bedürfnisse der Kinder von der Vorschulstufe bis hin zur Sekundarstufe.
Der Großteil des Lehrplans kann durch das strukturierte Material, bzw. durch die Kenntnis aller Übungen abgedeckt werden. Zudem findet ständig eine Weiterentwicklung der Angebote
(Rechtschreiben, Fremdsprachen, Informatik,…) statt.
Es wird auch Projektunterricht angeboten, zu dem Naturerkundungen, Museums- und Firmenbesuche, Stadtrundgänge und Besuche von Kunstausstellungen gehören, die im Unterricht vor- und nachbereitet werden.
Merkmale des Montessori-Materials sind:
Aufforderungscharakter
Durch den starken Aufforderungscharakter des Lernmaterials findet das Kind Interesse an den vermittelten Lerngebieten. Es entwickelt Motivation aus Neugierde und Freude am Umgang mit dem
Material, das ihm seine Welt verstehen hilft.
Polarisation der Aufmerksamkeit
Maria Montessori entdeckte, dass Kinder sich über längere Zeit einer Sache intensiv hingeben können. Schon bei Säuglingen und Kleinkindern ist größte Konzentration beobachtbar, wenn ein
bestimmter Gegenstand ihre Aufmerksamkeit zu wecken vermag.
Das Montessori-Material ermöglicht die „Polarisation der Aufmerksamkeit“, das heißt die vollkommene Zuwendung des Kindes zu einer bestimmten Tätigkeit. Durch häufiges Wiederholen einer Übung in freiwilliger Konzentration ergibt sich ein nachhaltiger Lerneffekt.
Materialisierte Abstraktion
Das didaktische Material bietet dem Kind eine „materialisierte Abstraktion“, denn der Aufbau und die Anwendung des Montessori-Materials ermöglichen ein Lernen, bei welchem von der konkreten Form zur abstrakten Vorstellung gelangt wird.
Selbstkontrolle
Das Montessori-Material enthält die Möglichkeit der Selbstkontrolle, damit die Unabhängigkeit von Erwachsenen gefördert wird. Das Kind soll selbst seine Fehler erkennen können und korrigieren lernen.

3. Freie Wahl der Arbeit
Das Kind wählt seine Arbeit frei und richtet sich dabei nach seinen Bedürfnissen. Auf diese Weise lernt das Kind, seine eigenen Interessen wahrzunehmen, gleichzeitig entwickelt es seine
Entscheidungskraft und lernt Arbeiten zu organisieren. Das Kind hat die Wahl allein, mit einem Kind oder mehreren Kindern zusammen zu arbeiten. Das soziale Lernen spielt eine wichtige Rolle. Bei Kindern, denen die „freie Arbeit“ noch sehr schwer fällt, wird vorerst die Auswahl an Materialien und Übungen beschränkt. Die Lehrerin setzt respektvolle, aber sehr klare Grenzen. Sie erweitert den Freiraum für die Arbeit der Kinder nur langsam.

4. Bewegungsfreiheit
Während des Unterrichtens bewegen sich die Kinder frei. So wird der natürliche Bewegungsdrang des Kindes nicht unterdrückt. Die Kinder holen das von ihnen gewünschte Lernmaterial selbst aus den
Regalen, wohin es später wieder zurückgebracht wird. Die freie Partnerwahl bringt gelegentlich einen Platzwechsel mit sich. Es kann aber auch auf Teppichen am Boden gearbeitet werden. Die Kinder sollen erfahren, sich frei bewegen zu können, ohne jedoch den anderen zu stören. Die Fähigkeit zum Stillsitzen entfaltet sich durch die natürliche Konzentration bei der Arbeit. Bewegungsfreiheit haben die Kinder auch im Turnunterricht. Mit Absprache aller Kinder und den Lehrerinnen werden im Turnsaal unterschiedliche Stationen aufgebaut, die von den Kindern frei
gewählt werden können. Auch Draußentage sind ein fester Bestandteil des Unterrichts.

5. Beachtung der sensitiven Phasen
In der Montessori-Pädagogik werden die sensitiven Phasen des Kindes – Phasen, in welchen es für eine spezifische Tätigkeit besonders aufnahmefähig ist – beobachtet und unterstützt. Auf diese Weise lernt das Kind aus eigenem Antrieb mit besonderer Leichtigkeit und Freude. Diese Phasen sind für das Kind ideal, um bestimmte Inhalte (Schreiben, Rechnen, Lesen, usw. ) zu erlernen.

6. LehrerInnenrolle
Dank der vorbereiteten Umgebung und des speziell entwickelten Lernmaterials ist das Kind auf ein Minimum an Hilfe seitens der LehrerInnen angewiesen. So kann es Unabhängigkeit und Selbständigkeit entwickeln. Die/der LehrerIn drängt sich im Allgemeinen dem Kind nicht auf, sie/er bleibt lediglich BeobachterIn und hilft gezielt, wo dies notwendig ist. Das Kind wird in unbekanntes Lernmaterial eingeführt, dessen Handhabung ihm gezeigt wird; ansonsten arbeitet das Kind selbständig.
Genaueste Kenntnis aller Materialien und den damit verbundenen Übungen ist eine Voraussetzung, um eine Montessori-Klasse zu leiten. Ebenso wichtig ist, dass die/der LehrerIn Erfahrung bei der Umsetzung des vorgeschriebenen Lehrplanes hat.

7. Soziale Erziehung
Gemeinschaft entsteht nur dort, wo Verschiedenheit akzeptiert wird. In der Montessori-Pädagogik wird auf die Verschiedenheit der Kinder Rücksicht genommen. Jedes einzelne Kind soll seine Eigenheit bewahren können, indem es durch selbständige Arbeit Zuversicht in sich selbst gewinnen lernt. Sein Selbstvertrauen stärkt sich dadurch, die Persönlichkeit wächst, und das Kind reift zu einem in sich ruhenden Menschen heran. Das Resultat ist Selbstachtung und Liebe zu sich selbst, aus welchen Liebe und Freude am Mitmenschen und somit Fähigkeit zur Gemeinschaft wachsen.

Mehrklassenunterricht
Die Zusammensetzung einer Montessori-Klasse soll aus mehreren Jahrgängen bestehen. Die jüngeren Kinder lernen durch die Nachahmung der Tätigkeiten der älteren Schüler. Die älteren Kinder helfen den jüngeren, dabei vertieft sich das Gelernte, außerdem wird soziales Zusammensein geübt. Es ist für die Kinder eine reiche und wichtige Erfahrung, voneinander zu lernen, die verschiedenen Bedürfnisse und Fähigkeiten zu respektieren und Rücksicht und Verständnis für jüngere, ältere oder behinderte Mitschüler zu entwickeln.

Individuelle Leistung
Es gibt keine kollektive Leistung. Gute Begabungen werden nicht gebremst, langsam Lernende bekommen ihre Zeit. Dadurch kommen die geistigen Kräfte voll zur Entfaltung. Gemäß dem Schulversuch „Alternative Formen der Leistungsbeurteilung“ und mit Zustimmung aller Eltern werden halbjährlich Zeugnisgespräche (incl. einer direkten Leistungsvorlage) durchgeführt. Die Leistungen der Schüler werden während der ersten 3 Schulstufen mittles Pensenbuch fetsgehalten. Erst in der 4. Schulstufe wird eine Ziffernbeurteilung für den Schulübertritt notwendig. Vier Schwerpunkte für den (integrativen) Unterricht in der Montessori-Klasse
1. Die Schule ist Lebens- und Erfahrungsraum der Kinder
• Positive Gestaltung dieses Lebens- und Erfahrungsbereiches und die damit verbundene
• positive Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.
• Nicht nur kognitives Wissen, sondern in besonderem Maße emotionale und soziale
Lebenserfahrung sammeln.
• Chance für unsere Kinder, sich mit dem Anderssein auseinanderzusetzen.
2. Die Schule hat Platz für alle Kinder
• eine Schule für unsere plurale Gesellschaft
• Kinder erfahren im täglichen Zusammensein, wie verschieden die Menschen sind, und dass
dies den Reichtum unseres Lebens, aber auch einen Teil unserer Lebensprobleme ausmacht.
3. Erziehung und Unterricht orientieren sich an der Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes.
Weg und Ziel für alle Kinder ist die selbständige, zielorientierte, initiativreiche Arbeit, um zu
• eigenen Erkenntnissen,
• eigenem Verstehen,
• eigenen Verantwortlichkeiten und
• sozialem Verhalten zu gelangen.
Dies erfordert
• Eingehen auf die Persönlichkeit jedes Kindes
• Rücksicht auf Entwicklungsplan und Rhythmus
• Freiraum für handlungs- und erfahrungsbezogenes Lernen.
• Schaffung einer vorbereiteten Umgebung
• Arbeiten in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit mit konkretem Material.
Kinder „begreifen“ Wissen und entwickeln sich durch selbstbestimmte Aktivitäten.
• Förderung von Verantwortungsbewusstsein und Sozialkompetenz.
4. Die LehrerInnen treten im Respekt gegenüber der Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes in
den Hintergrund
• Die Kinder stehen immer im Vordergrund, die LehrerInnen folgen dem Lernweg, den die
Kinder wählen.
• Die LehrerInnen sind OrganisatorInnen, BegleiterInnen, FörderInnen und BeschützerInnen.
• Sie geben Anregungen, Hilfestellungen und den Raum für die Entwicklung der Kinder


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